Faschofeminismus

Was ein Teil der Feminismus-Bewegung so abzieht hat mit Gleichberechtigung wenig zu tun, sondern ist eher Faschofeminismus und leistet der Gleichberechtigung einen Bärendienst.

Gleichberechtigung ist eine wichtige Angelegenheit für die auch ich immer gerne die Fahne hoch halte, die aber leider durch einen Teil des Feminismus ein schlechtes Image bekommen hat.

Und solche Dinge wie das Entfernen der “Hart aber Fair – Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?” Sendung vom 2. März 2015 aus der ARD-Mediathek (auf Youtube noch abrufbar) aufgrund einer Beschwerde des Frauenrats und den Gleichstellungsbüros machen die Sache nicht besser und schaden eher als das sie nützen und ist schlicht Zensur. Man muss was dort gesagt wurde nicht gut finden. Aber es wurden hier keinerlei Gesetze usw. verletzt. Also warum knickt der WDR-Rundfunkrat ein?

Interessant und durchaus wahr auch dieser Text von Birgit Kelle dazu.

Zitat:

“Herrlich übrigens die Gründe für die Beschwerde: Zum einen sei der Moderator nicht neutral gewesen. Lieber Frauenrat, wenn es danach geht, müsste die Hälfte der deutschen Talkshows nachträglich gelöscht werden und Sandra Maischberger müsste vorsorglich den Sendebetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen. Es seien außerdem die falschen Gäste zu dieser Sendung eingeladen worden. Anne Wizorek sei gar nicht kompetent gewesen, die kenne sich ja nur mit Alltassexismus aus.
Also wirklich lieber Frauenrat, wenn ich schreiben würde, die gute Anne sei nicht kompetent, hätte ich gleich wieder einen #aufschrei am Hals. Jetzt berichten alle Zeitungen empört über diesen Zensur-Versuch und vermutlich sehen sich jetzt erstmals sehr viele Leute diese Sendung an, die das damals verpasst haben.”

Mir scheint auch in der Frauenbewegung gilt, wer am lautesten schreit hat zwar nicht unbedingt Recht, bekommt aber am meisten Gehör und Öffentlichkeit.

Ich habe leider den Eindruck, dass es einem Teil, und zwar der, der wie gesagt am lautesten schreit, weniger um die Gleichberechtigung geht, sondern eher um das Durchsetzen einer mehr als fragwürdigen, und meiner Ansicht nach durchaus in Teilen faschistoiden Ideologie, die keinerlei Kritik und Gegenmeinung zulässt und eher für ein Gegeneinander der Geschlechter als für ein Miteinander ist.

Es geht hier weniger um Gleichberechtigung sondern eher um Gleichmacherei nach feministischer Ideologie und Vorbild.

Wie immer nach dem Motto “Wer nicht für uns und unserer Meinung ist, ist gegen uns”.
Dabei begehen sie die gleichen Fehler wie Männer und führen sich oft genug schlimmer auf und sind am Ende die größern “Machos” als so mancher Mann.

Und “Political Correctness” gilt dabei immer nur für die anderen und die Gegenseite, nur nicht für die Feministinnen.

Ein gutes Beispiel für diese Verhaltensweise ist auch der Angriff auf Esther Vilar (Wikipedia) der Autoren von “Der dressierte Mann” aus dem Jahr 1971. Sie wurde dafür nicht nur verbal sondern auch körperlich angegriffen – sie wurde damals auf der Toilette der Münchner Staatsbibliothek von vier jungen Frauen zusammengeschlagen – und erhielt auch Morddrohungen deswegen.

Und auch die Thesen und Ansichten einer Frau Schwarzer – der ich hier überhaupt nicht absprechen will, dass sie früher wichtige Beiträge zur Gleichberechtigung geleistet hat -, die sich aber nicht zu Schade ist wenn es ihren Zielen dienlich ist, auch gerne mal die immer noch geltende Unschuldsvermutung außer Kraft setzt, tragen nicht unbedingt Positives zur Gleichberechtigung bei.

Alles in allem wenig hilfreich für die echte Gleichberechtigung von Frau UND wohlgemerkt Mann.

4 thoughts on “Faschofeminismus”

  1. Auch wenn es ein wenig Richtung nach Verschwörung klingt, sollte man imo nicht vergessen, dass es noch genügend Interessengruppen gibt, die die Gleichberechtigung noch immer ablehnen und die Feminismus-Bewegung in Verruf bringen wollen und dazu auch gern diese (Im Einzelfall) durchaus berechtigten Fälle als Beispiel nehmen.

    Die Frage aller Fragen lautet, wie weit verbreitet ist dieser extremistische Flügel des Feminismus?

    Ansonsten stimme ich dir zu, dieser (wie ich ihn nenne) extremistische Flügel der Feminismus-Bewegung, ist 1. gegen Gleichberechtigung und 2. schlecht für das Ziel der Gleichberechtigung (was natürlich eine logische Folge aus 1. ist, aber trotzdem wegen der öffentlichen Wirkung seperat erwähnt werden sollte).
    Eine mögliche weitere Folge (oder Interpretation der öffentlichen Wirkung) ist auch die Wirkung innerhalb der Feminismusbewegung selbst.
    Auffallend sind hierbei Äußerungen (von eigentlich ganz normalen Frauen) die interessanterweise in Richtung des von dir erwähnten Buchtitels “Der dressierte Mann” gehen.
    Männer seien genetisch “falsch programmiert” und müssten daher strenger kontrolliert werden, man müsste ihnen (aber) kontrollierte Freiräume zur Auslebung ihrer Instinkte geben etc.

    Sry aber sofern ich hierfür nicht handfeste Fakten sehe (und eig. selbst wenn), weigere ich mich (potenzielle) Sanktionen zu akzeptieren, nur weil ich ein Mann bin.

  2. Es wird noch spannend wie sich das in Zukunft entwickelt.
    Obwohl es eigentlich nicht vorstellbar erscheint, dass das ehemalige Patriarchentum durch ein Matriarchentum ersetzt wird.

  3. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Gruppen die die Gleichberechtigung ablehnen. Keine Frage.
    Aber ich bin mir nicht so sicher ob Extremismus innerhalb der Frauenbewegung tatsächlich nur “bedauerliche Einzelfälle” sind.

    Und das ersetzten des Patriarchentum durch ein Matriarchentum kommt der Wahl zwischen Pest und Cholera gleich.
    Genau hier liegt das Problem des extremen Feminismus., wie ich schon sagte. Es geht nicht um Gleichberechtigung, sondern um Gleichmacherei und Durchsetzung einer Ideologie.

    Hier wird im Grunde auch die gleiche Argumentation benutzt um Männer zu unterdrücken, wie es noch vor 100 Jahren mit Frauen geschehen ist. Früher sprach man Frauen aufgrund vermeintlicher körperlicher und geistiger Schwächen die Fähigkeit für bestimmte Berufe und Tätigkeiten wie Sport usw. ab.

    Mal abgesehen davon stellt sich die Frage ob der Feminismus sich nicht überholt hat und man eher von Gleichberechtigung im Sinne aller, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Ausrichtung usw. sprechen sollte.
    Mir ist der Feminismus zu eng abgegrenzt.
    Denn die Probleme der Gleichberechtigung von Frauen ist im Grunde das gleiche welche Homosexuelle, Menschen die ihr Geschlecht wechseln (mir fällt der Fachbegriff gerade nicht ein), Behinderte, ethnische Minderheiten wie Sinti und Roma usw. haben.

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