Es kann nicht sein was nicht sein darf – oder wenn Krieg wieder hoffähig wird

Ich bin der letzte der von “Lügenpresse” usw. spricht. Das sind populistische Formulierungen und Parolen die völlig blödsinnig und nicht zielführend sind.
Und dennoch stelle ich mir manchmal die Frage ob Teile der Presse wirklich so unabhängig sind wie sie selbst immer von sich behaupten und ihrem Auftrag zur unabhängigen und kritischen Information nachkommen?

Gerade die Ereignisse der letzten Monate zeigt eine gefährliche Tendenz, und beileibe nicht nur in der Presse mit den großen Buchstaben, die völlig unreflektiert und unkritisch die Rhetorik vom Kampf gegen den Terror und die damit einhergehende Kriegstreiberei zumindest durch ihr Schweigen und das fehlende Hinterfragen unterstützt.

Ebenso sehe ich durchaus Tendenzen das Thema und die Problematik mit den Flüchtlingen mit dem Terror zu verbinden und damit Teilen des Volkes nach dem Munde zu reden.

Wer aber kritisch hinterfragt dem wird inzwischen im besten Fall mit Verständnislosigkeit begegnet. Man wartet eigentlich oftmals nur darauf als Vaterlandsverräter oder Sympathisant mit dem Terror beschimpft zu werden.

Es herrscht eine kollektive Angst vor dem Terror, allem Fremden usw. dass bei vielen das Hirn völlig im Standbymodus und jeglicher gesunden Menschenverstand ausgeschaltet ist.

Auch ist in den letzten Jahren ein massiver Anstieg an s.g. Dokumentationen über das Militär und die Militärtechnik zu beobachten.

Ich habe kein Problem wenn in solchen Dokumentationen der Alltag, die Probleme, Ängste der Soldaten und die politischen, geschichtlichen Zusammenhänge usw. betrachtet werden. Da ich selbst viele Jahre Soldat gewesen bin begrüße ich die Auseinandersetzung mit diesem Thema und es gibt auch einige sehr gute Dokumentationen darüber.
Jedoch sind viele Dokumentationen in einer Weise angelegt und produziert, dass sie locker als Werbeveranstaltung der Waffen- und Sicherheitsindustrie durchgehen können.
Und da ist sehr bedenklich.

Es ist zu befürchten, dass wir inzwischen in Deutschland wieder bei einer Form von Normalität des Krieges und militärischer Gewalt als Mittel der Politik und der Durchsetzung von Eigeninteressen angelangt sind, die ich für extrem gefährlich halte.
Auch das unkritische Nachplappern von Forderungen nach mehr Überwachung und Kontrolle ist sehr bedenklich.

Ich will gar nicht immer wieder auf unserer Vergangenheit rumreiten. Ebenso ist klar, dass sich Deutschland nicht mehr wie noch vor einigen Jahren aus der Weltpolitik, egal ob nun mit Worten oder mit militärischen Mitteln, raushalten kann.
Aber dennoch, und da muss ich unsere Vergangenheit bemühen, halte ich es für fatal, dass wir unsere Solidarität mit Frankreich gleich mit Waffengewalt demonstrieren.

Auch wäre noch festzustellen ob diese Aktion tatsächlich völkerrechtlich einwandfrei ist. Denn der Krieg in Syrien und Irak gegen den IS findet auf den Territorien souveräner Staates statt (egal ob wir nun Assad und Co. nun mögen oder nicht) mit denen wir uns nicht im Krieg befinden.

Mal völlig abgesehen davon, dass der IS wohl kaum mit militärischen Mittel zu bekämpfen ist. Hier werden Ursache und die Symptome mal wieder miteinander verwechselt. Aber scheinbar ist es eher im Interesse der Mächtigen dieser Welt die Säbel rasseln zu lassen als wirklich etwas gegen die Ursachen des Terrors zu unternehmen. Denn dies würde wohl oftmals auch die guten Geschäfte stören.

Bild von Wikipedia

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