Monthly Archives: April 2015

Scheiße stapeln

In letzter Zeit war es hier sehr ruhig.

Aus gutem Grund; ich staple im Moment sowohl im Job wie auch privat die Scheiße nicht nur in die Höhe, sondern inzwischen auch seitlich.

Ich habe mich mit einem geliebten Menschen schwer verkracht; wir reden seit Wochen kaum noch ein Wort miteinander. Allerdings war dies in den letzten Jahren auch abzusehen. Es ist irgendwie über lange Zeit eskaliert. Wer hat Schuld – wie immer im Leben gehören mindestens zwei Menschen dazu. In einer besseren Welt wäre dies wohl niemals passiert. Na ja, mal sehen. Wird irgendwann wieder. Blut ist immer noch dicker als Wasser.

Ich lese ja inzwischen nur noch eine kleine Handvoll Blocks. Internet nervt ansonsten gewaltig. Aber irgendwie schafft es ben_ mich dann doch immer wieder zu erheitern. Respekt – eine seltene Gabe. Ohne schleimen zu wollen – es muss mal gesagt werden – er hat eines der besten Blogs hier in der Bananen Republik Deutschland.


Unaussprechlicher Schrecken

Gestern jährte sich ja die Befreiung des KZ Buchenwald.

Wenn ich einen Moment inne halte und darüber nachdenke was sich Menschen gegenseitig antun so krampft es sich jedesmal regelrecht in meiner Brust zusammen, ich werde sprachlos und will nur noch heulen.

Gestern lief auf ZDF Info die Dokumentation “Die Geschichte der Menschheit”. Dort wurde eine Zahl genannt die mir bisher so nicht geläufig gewesen ist. In den letzten 6000 Jahren wurden in ca. 14 000 Kriegen etwas 3,5 Milliarden Menschen getötet. Das ist die Hälfte der heutigen Weltbevölkerung.

Das muss man erstmal verdauen und sich fragen ob wir Menschen überhaupt noch zu retten sind …, oder überhaupt gerettet werden sollten …

Zumal dies nur die Menschen sind die durch das getötet wurden was man als Krieg bezeichnet. Die Zahl dürfte wohl höher sein wenn man die ganzen Genozide usw. noch dazurechnet.



Stupidity

“Just think how stupid the average person is, and then realize that half of ’em are stupider than that!”

George Carlin: Doin’ It Again (1990)


Online Partnerbörsen

Da ich selbst seit geraumer Zeit alleine bin, habe ich ich mich in den letzten Monaten in einigen Online-Partnerbörsen herumgetrieben.

Um es gleich vorweg zu nehmen – es ist gruselig.

Ich kann natürlich, mir geht es ja ähnlich, verstehen wenn Menschen nicht alleine sein wollen und somit auf Partnersuche gehen.

Aber mir kommt es so vor als sei die Masse derer die diese Dienste nutzen wie die Verdurstenden in der Wüste. Bereit alles, auch wider jeden gesunden Menschenverstand zu tun.

Was mich auch immer wieder erschreckt, ja regelrecht abgeschreckt hat ist die Tatsache, dass der überwiegende Teil, in meinem Fall die Damen dieser Welt, es nicht einmal schaffen einigermaßen fehlerfrei ihr eigenes Profil zu erstellen. Rechtschreibung, Wortwahl, Ausdrucksweise was ist das?
Nennt mich arrogant. Aber ich kann mit solchen Menschen nichts anfangen.

Ebenso neudeutsch abtörnend ist die teilweise üble Art und Weise wie sich, egal ob Weiblein oder Männlein per Fotos präsentieren. Also ich bin wahrlich nicht prüde, aber gleich von Anfang an die komplette Ware in der Auslage zu sehen finde ich nicht besonders ansprechend. Nein es eher billig.

Ein weitere unsägliche Entwicklung in diesen Börsen ist, dass es mir scheint als würden sich immer mehr „professionelle“ Damen und auch Herren dort herumtreiben und nach Kunden suchen.

Ebenso halte ich das Geschäftsmodell bzw. die Preise die verlangt werden für völlig übertrieben.
Denn ein wirklicher Service im Sinne einer Dienstleistung findet, abgesehen von der Bereitstellung der Plattform, nicht statt.
Die s.g. „professionellen Persönlichkeitsanalysen“ sind unter dem Strich nur ein schwammiges Derivat aus dem was man bei der Anmeldung angegeben hat. Das ist nichts weiter als im Kaffeesatz zu lesen.
Ebenso die Suchergebnisse bzw. Partnervorschläge sind ein nur mehr oder weniger ungenaues Abgrasen der in der Datenbank vorhandenen Profile.

Neben dem Abo-Modell mit monatlicher, quartalsweiser oder jährlicher Abrechnung eines festen Betrages gibt es inzwischen auch, ich nenne sie abgeleitet aus der Welt der Online-Spiele, Free2Play-Partnerbörsen.

Diese sind zugegeben sehr geschickt, aber am Ende auch ebenso perfide unterwegs.

Man kann zwar, das ist richtig, alle Profile und Bilder unverpixelt sehen, aber wenn man mit jemandem Kontakt aufnehmen will und sei es nur eine simple Nachricht, wird es sehr schnell teuer. Ich gehe davon aus noch teurer als bei dem Abo-Modell. Und ich möchte nicht wissen wie viele Menschen sich in ihrer Verzweiflung dadurch verschulden. Ich fürchte es ist ähnlich wie bei Spielsüchtigen.
Denn um letztlich wirklich mit anderen Personen in Kontakt zu treten und vielleicht Erfolg dabei zu haben bedarf es nun einmal einer ständigen Kommunikation und somit einer Menge investierten Geldes.

Auch wird man wie in F2P-Online-Spielen quasi an allen Ecken und Enden angefüttert nicht nur für jede Nachricht zu zahlen, sondern auch für jeden noch so blöden Scheiß wie Herzchen verschicken, Anstupsen oder sonst irgendwas.
Und das verzweifelte einsame Herz wird natürlich alles ohne Hirn und Verstand tun, um dem mehr als zweifelhaften Erfolg auf das Liebesglück nachzuhelfen.

Weiterhin hege ich den Verdacht, auch wenn ich es nicht beweisen kann, dass von Seiten der Börsen versucht wird, insbesondere in den F2P-Börsen, möglichst viele Nachrichten durch Bots oder auch Mitarbeiter zu generieren, um den Umsatz anzukurbeln und die Nutzer so oft und lange wie möglich online zu halten.

Alles in allem kann ich persönlich, nach den wenigen Monaten die ich selbst dort unterwegs gewesen bin, nur davon abraten diese Angebote zu nutzen.
Da gehe ich lieber ins Fitnessstudio, in den Englischen Garten oder in die Kneipe. Dies dürfte auf die Dauer billiger und ebenso erfolgreich oder auch nicht sein wie Partnerbörsen, ob nun online oder analog.


Das Internet ist auch nur ein Stammtisch

Inspiriert von ben_ , Hardy und Sascha Lobos Artikel will ich hier nun auch meine Gedanken zum allgegenwärtigen Hass auf alles Fremde und vermeintlich Andersartige in der Gesellschaft und damit auch im Internet aufschreiben.
Insbesondere aufgrund dessen, dass mal wieder in Deutschland ein Unterkunft für Asylanten gebrannt hat. Aber auch der Tod des Mannes durch eine wohl rassistisch motivierte Tat eines Polizisten in den USA geht mir nicht aus dem Kopf.

Man möge mir verzeihen wenn dies alles einfach nur so dahin geschrieben ist und ich mich vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle wiederhole und verliere. Aber so sind Gedanken nun einmal.

Das Internet ist spätestens mit dem Siegeszug von Facebook ein Spiegelbild der Gesellschaft mit allem Positiven, aber eben auch Negativem geworden.

Das was früher, in der Vor-Internet-Zeit, an Stammtischen an Gedankenmüll produziert und ausgesprochen wurde und somit meist nicht so sehr Schlagzeile gemacht hat bzw. eher in einschlägigen Kreisen geblieben ist, hat durch das Internet eine viel größere, ja weltweite Bühne erhalten.
Somit müssen wir, die wir lange das Internet als den „unseren“ reinen und guten Platz in der Welt gehalten haben, endlich aufwachen, die Realität erkennen und akzeptieren das der „Wutbürger“ nun auch dort angekommen ist.

Wie oft möchte ich im Reallife so manchen Zeitgenossen einfach nur aufs Fressbrett hauen. Und wenn sie fragen warum gleich noch einmal.
Aber so wenig dies im RL geht, so wenig kann ich dies, trotz aller vermeintlichen Anonymität, im Internet tun. Denn dann würde ich nur noch Amok laufen. Mal abgesehen davon, dass man sich dadurch auf die gleiche Ebene wie die, die wir kritisieren, begeben würde.

Ich beschreibe dies gerne mit einer Situation im alltäglichen Leben; man kann davon ausgehen, dass mindestens 8 von 10 Menschen die an einer roten Fußgängerampel stehen, diese überqueren werden sobald kein Auto kommt. Und dies selbst dann wenn dort ein Schild steht „Den Kindern ein Vorbild, nur bei Grün über die Straße gehen“. Und schon gar nicht wenn dort Kinder stehen.
Der Horizont der meisten Menschen lässt gar nicht den Gedanken zu, dass wir Erwachsenen Vorbilder für unsere Kinder sind und sie sich vielleicht an unserem Handeln ein Beispiel nehmen und auch bei Rot über die Straße rennen und dann Tode kommen könnten. Wie soll man annehmen, dass dies dann bei anderen, durchaus komplexeren Themen wie Flüchtlinge, Religion usw. geht?

Nein, wir müssen versuchen dies durch Gespräche und durch eigenes Handeln und Vorbild tun.
Um das Beispiel mit der Fußgängerampel zu bemühen; wir müssen, auch wenn alle anderen bei Rot über die Straße gehen, stehen bleiben bis Grün ist, auch wenn wir es noch so eilig haben.
Übertragen wir dies auf den Hass und Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft, so müssen wir immer wieder dagegen aufstehen. Egal ob im Gespräch im Bekanntenkreis, in unseren Blogs oder wo auch immer.
Dies ist bei Leibe nicht immer leicht und oft anstrengend Angesichts der allgegenwärtigen Ignoranz.
Oft kann ich einfach nicht mehr und will nur noch schreien und um mich schlagen. Und manchmal muss ich mich auch zumindest eine zeit lang zurückziehen. Das sind auch Zeiten in denen ich vermeide Zeitungen zu lesen und Nachrichten zu schauen.
Aber wer, wenn nicht wir, die wir ein wenig weiter denken als andere da draußen, sollen denn dagegen aufstehen und immer wieder die Stimme erheben?

Wir alle, zumindest die, die ein wenig über den eigenen Tellerrand schauen, haben lange in der Illusion gelebt, dass unsere Gesellschaft, die Menschheit doch nun endlich aus der Geschichte gelernt und sich weiterentwickelt haben müsse. Und das Internet hat schon erst recht niemanden zum besseren Menschen gemacht.
Nun reiben wir uns verwundert die Augen und müssen feststellen, das es nicht den kleinsten Fortschritt, trotz Aufklärung, gegeben hat.
Nein, nur die Technik mit der wir uns gegenseitig massakrieren und verfolgen hat sich weiterentwickelt. Das Denken und Handeln geprägt von Neid, Hass, Gier, Machthunger usw. ist seit tausenden von Jahren das Gleiche. Und dies wird sich, man möge mich einen Pessimisten schimpfen, auch nicht so schnell ändern. Diese Eigenschaften sind Teil der menschlichen Seele.

Erst wenn wir dies akzeptieren lernen, können wir, wenn sich überhaupt etwas ändern kann, auch etwas verändern.

Ach ja, und auch wir, die wir glauben weiter zu denken als die anderen, haben genug von diesen negativen Eigenschaften in uns.
Und wir müssen uns kritisch hinterfragen, ob bei uns die Hemmschwelle zum Hass, Fremdenfeindlichkeit usw. nicht einfach nur höher ist als bei anderen Menschen und wir in einer extremeren Situation nicht auch ähnlich denken und handeln würden wie die die wir jetzt verurteilen?

Wie viele unsere Eltern und Großeltern haben zwar vielleicht nicht an den Gräueltaten der Nazis teilgenommen bzw. haben nicht mit ihnen sympathisiert, haben aber dennoch nichts gesagt sondern einfach geschwiegen und es geschehen lassen?

Ich selbst könnte nicht zu 100% sagen ich würde in einer ähnlichen Situation anders handeln. Ich weiß es einfach nicht. Die Zukunft wird es vielleicht zeigen, oder auch nicht. Man wird sehen ob ich jemals in eine vergleichbare Situation gerate.

Aber auch im alltäglichen Leben; wer kann von sich tatsächlich behaupten nach einem Terroranschlag nicht ein klein wenig mulmiges Gefühl zu haben wenn man z.B. in der U-Bahn einem orientalisch aussehenden Menschen, vielleicht sogar noch mit Rauschebart und traditioneller Kleidung, begegnet. Mal ehrlich, seid Ihr da draußen tatsächlich völlig frei von solchen Gedanken und Vorurteilen?
Ich, auch wenn mir solche Gedanken immer nur für einen Bruchteil einer Sekunde im Kopf herumschwirren und schnell die Vernunft siegt, jedenfalls nicht.

All dies müssen wir uns klar machen und verinnerlichen. Erst dann sind wir wirklich glaubwürdig in unserer Kritik und Wut.


Freiheit durch Freie Software

Dies mag zunächst sehr pathetisch klingen, allerdings meine ich dies durchaus sehr ernst.

Ich gehöre nicht zu den Linux- und Open Source-Evangelisten.

Nein, ich benutze das was mir für den jeweiligen Zweck am sinnvollsten erscheint.
Dies schließt durchaus die Nutzung von proprietärer Software wie Windows usw. ein – ehrlich gesagt aber auch nur deshalb weil es zum einen Teil meines Jobs ist mich damit zu beschäftigen, zum anderen weil es in machen Bereich leider zumindest noch keine Alternativen gibt.

Was ich jedoch meine ist, dass mir Open Source, Freie Software usw. im Gegensatz zu Windows und Co. die völlige Freiheit lassen.
Closed Source-Produkte hingegen versuchen an jeder möglichen Stelle und Zeitpunkt meine Freiheit zu beschneiden.
Sei es eben durch den nicht quelloffenen Code, durch den Zwang zur Registrierung oder sonstige DRM-Techniken oder beispielsweise das unsägliche von Microsoft geförderte und letztlich kontrollierte UEFI und die Forderung/Verpflichtung von MS an die Hardwarehersteller für das Windows 10-Logo ein TPM (Trusted Plattform Module) einzubauen.

Freiheit, egal ob im gesellschaftlichen und politischen Sinne, oder eben im Bereich von Technik, Medien und Software ist niemals einfach und ohne Schmerzen zu erlangen.
Freiheit erlangt man nur um den Preis zumindest eines Teils der eigenen Bequemlichkeit und auch Sicherheit.

Natürlich gibt es Probleme mit Open Source und gerade auch Linux.
Für mich ist es beispielsweise immer wieder noch ein Ärgernis unter Linux zu Spielen. Hier hängt Linux immer noch Lichtjahre, trotz Steam, GoG usw., hinter Windows.
Dennoch versuche ich soweit möglich Linux auch dafür zu nutzen um eben meinen winzigen Beitrag zu leisten, dass Linux für Spielehersteller interessanter wird.

Gleiches gilt für den Kauf von Hardware.
Ich werde, um dem von Microsoft erzwungen Mist zu umgehen, nur noch Hardware kaufen welche ohne TPM und mit der Möglichkeit UEFI bzw. Secureboot abzuschalten kaufen. Das wird zwar ein eingeschränktes Angebot für mich bedeuten – aber wie gesagt; auch die Freiheit ist nicht umsonst.

Das Problem mit Windows ist, dass es eben ein Gefühl von wohliger Unzufriedenheit erzeugt und Microsoft alles tut um dem User zu suggerieren es gäbe keine Alternativen und damit in dieser Unzufriedenheit zu halten.

Wer also nach Freiheit (und damit meine ich keineswegs es muss alles umsonst sein, ich bin gerne bereit Geld auszugeben – die s.g. und vermeintliche „Kostenlosmentalität“ im Internet ist ja ein übliches Todschlagsargument in solcher Art Diskussionen) strebt muss eben eine Preis dafür zahlen.

Und noch einmal – Freie Software (aber auch DRM-freie Musik, Filme und E-Books) bedeutet NICHT frei im Sinne von Freibier, sondern frei im Sinn von Freiheit damit zu tun was und wo man will ohne Einschränkungen.

Ach ja, und wenn jetzt immer mehr Ministerien bzw. staatliche Organisation, wie aktuell das Auswärtige Amt, oder gerade die unsägliche Diskussion um das Limux-Projekt, wieder ganz oder teilweise zurück zu Microsoft wechseln, einem US-Amerikanischen Unternehmen welches US Gerichtsbarkeit unterliegt und mit NSA und Co. ins Bett geht, könnte man zunächst von Dummheit und Naivität ausgehen.
Aber nein, ich behaupte dies geschieht mit Vorsatz.
Hier haben wohl diverse Lobbyisten von Kleinweich und Co. wieder einmal die Geldkoffer aufgemacht und das Dreckspack, welches sich selbst Volksvertreter nennt, bestochen oder ihnen lukrative Jobs nach ihrer Zeit als Politiker verschafft.